• Anja Roth

Faire Sprache im Unternehmen - über die Karriere eines Sternchens

Aktualisiert: Apr 29

Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung der IHK Rhein-Neckar – CSR-Frühstückspause digital mit der LUB GmbH - Linguistische Unternehmensberatung


Gendern muss ernst genommen werden.“ Dies und nicht weniger war die Botschaft der CSR-Frühstückspause im April an zahlreiche Online-Gäste aus Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus. Das Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar hatte die Bühne frei gemacht: für Dr. Simone Burel, Aniek de Haan und Noah Fleischer von der LUB GmbH aus Mannheim. Unter CSR-Gesichtspunkten wurde das SDG 5 thematisiert, das UN-Nachhaltigkeitsziel der Geschlechtergerechtigkeit.

Gerechtigkeit fängt schon bei der Sprache an. Dr. Simone Burel, Gründerin und CEO der LUB GmbH, leitete aus einer kurzen Historie den Werdegang des aktuellen Gender-Diskurses in der deutschen Sprache ein, bevor sie auf die aktuellen Blickwinkel zum Sprachgebrauch in unseren Alltags- und Berufswelten einging. Sie zeigte auf, wie mächtig Sprache ist, was man mit ihr auslösen und bewegen kann – im Positiven wie im Negativen. Sprache beweist sich nämlich als starker Hebel zu mehr Diversity und ist tatsächlich das perfekte Instrument für Kulturwandel; man muss die Klaviatur allerdings beherrschen.


Das Gendersternchen und seine Kolleg:innen

„Keine Positionierung zum Thema gendergerechte Sprache ist jedenfalls keine Option“, findet Noah Fleischer, COO der LUB GmbH, und empfiehlt, die emotional aufgeheizte Debatte durch das Verständnis für ökonomische Wechselwirkungen zu bereichern. So sollte man bereits beim Erstellen einer Corporate Language prototypische Texte erarbeiten, um emotionale Diskussionen mit konkreten Beispielen zu beruhigen. Sehr sinnvoll erweist sich das zum Beispiel bei der Suche nach Personal. Damit sich die angesprochen fühlen, die qualifiziert sind. Mit einer analytischen Bewertung, einer passgenauen Maßnahmen-Matrix und individuellen Leitfäden lässt sich Sprachgebrauch im Unternehmen bewusst verändern und zielführend trainieren.


Wenn Sprache und künstliche Intelligenz aufeinander treffen

Auch die Digitalisierung kann ihren Beitrag leisten, um dem Einzug gendergerechter Sprache in Unternehmen zuzuarbeiten. Softwarelösungen und künstliche Intelligenz (KI) werden Menschen künftig im Alltag bei der Einhaltung der Diversity Standards unterstützen. Wie Sprache und KI zusammen gehören, erläuterte deshalb im Anschluss Aniek de Haan, Data Scientist bei LUB GmbH und Masterstudentin Data Science an der Universität Mannheim. Sie sprach über die Kommunikationsziele von Chatbots, die ursprünglich zur Simulation von Therapiegesprächen entwickelt wurden.


Viel hilft viel

Immer noch haben Bots ganz ähnliche Aufgaben, nämlich Unterhaltung, Kaufberatung und Wissensweitergabe im Dialog anzubieten. Allerdings arbeiten sie heute viel sensibler und schlauer. Und eines sind Bots auf jeden Fall – genderneutral. Es sei denn, man bringt ihnen etwas anderes bei. Und je mehr Trainingsdaten eine KI zur Verfügung hat, desto besser kann sie – im Sinne der Zielsetzung – arbeiten.

In einer kurzen Live-Demo zeigte de Haan, wie künstliche Intelligenz helfen kann, z.B. für die Analyse von Stellenanzeigen, gendergerechte Sprache und psychologische Motive in der Sprache zu identifizieren und objektiv messbar zu machen.

In der anschließenden Diskussion wurde das Spektrum rund um das Thema Diversität noch weiter geöffnet. Auch andere Aspekte des Genderns und verschiedene Phänomene von Wertschätzung bis Diskriminierung wurden angesprochen. Der direkte Bezug in den Unternehmenskontext mit seinen vielen sprachlichen Ebenen war ebenso ein spannender Gesprächspunkt.


Über die Gastgeberin

Die LUB GmbH in Mannheim wurde 2015 als Spin-Off der Universität Heidelberg von Dr. Simone Burel gegründet. Als erste linguistische Unternehmensberatung Deutschlands verbindet sie Erkenntnisse der modernen Sprachforschung mit Anwendungsproblemen der Praxis in Unternehmen. Sprache und Kommunikation werden hier als wertvolle Innovationsquelle verstanden, um verborgene Erfolgsfaktoren jenseits von numerischen Kennzahlen sichtbar zu machen.


Über das IHK-Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung

Die IHK Rhein-Neckar versteht sich als Mitmach-Organisation und organisiert sich dafür in thematisch angelegten Netzwerken. Hier bringen sich Menschen ein und setzen Impulse für ihre Branche, die Wirtschaft insgesamt und die Zukunft der Region. Ziel des Netzwerks für gesellschaftliche Verantwortung ist es, soziales, kulturelles und ökologisches Engagement von Firmen sichtbar zu machen, den Austausch zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) in der Metropolregion Rhein-Neckar zu fördern und Fachwissen rund um die Schwerpunkte gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen zu vermitteln.

Zu den Frühstücksveranstaltungen bei wechselnden Gastgeber*innen treffen sich Gäste aus dem Netzwerk mehrmals im Jahr zum Austausch und zur gegenseitigen Vorstellung ihrer Konzepte. Aktuell findet das Format als digitale Frühstückspause ausschließlich als Livestream statt. Die Teilnahme ist kostenlos.


Weitere Infos sowie alle Aktivitäten des Netzwerks Gesellschaftliche Verantwortung finden sich ab sofort auf LinkedIn in einer eigenen Gruppe unter https://www.linkedin.com/groups/12498973/


Organisation, Kuratieren, PR und Moderation @Anja Roth für die IHK Rhein-Neckar


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