• Anja Roth

Die Lücke zwischen Herkunft und Zukunft schließen

Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung der IHK Rhein-Neckar – CSR-Frühstückspause digital mit JOBLINGE gAG aus Ludwigshafen.


Junge Menschen auf Jobsuche und Menschen in Unternehmen können einander echte Perspektiven bieten; in der digitalen CSR-Frühstückspause (CSR= Corporate Social Responsibility) der IHK Rhein-Neckar erfuhren interessierte Frühstücksgäste in einer knackigen Stunde Online-Meeting mehr über die Initiativen der JOBLINGE gAG in der Metropolregion Rhein-Neckar, die es sich zum Ziel gesetzt haben, solche Winwin-Situationen zu ermöglichen. Gemeinsam mit ihren jugendlichen Schützlingen und deren Unterstützerinnen und Mentoren aus den Unternehmen werden Strategien entwickelt, um die hierfür relevanten Potenziale auf allen Seiten zu erkennen und zu nutzen. Nicht aufgeben, sondern Widerstände weiterdenken, ist das Motto für die jungen Menschen. Dabei geht es darum, Selbstwirksamkeit zu erfahren, die eigenen Kräfte zu bündeln und sich mutig und zuversichtlich auf den beruflichen Lebensweg zu wagen. Ganz unabhängig davon, wie unwegsam, kurvig und beschwerlich dieser bis hierhin war.


Wie gut kennen Sie die Jugend?

Annegret Rupp, Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar, eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Gruß, dann wurde es erst einmal amüsant. In einem interaktiven Quiz zur aktuellen Verortung und Sprache von Jugendlichen mit Simon Lindmayer, Unternehmenskoordinator der JOBLINGE, konnten die Teilnehmenden schon zu Beginn der Veranstaltung lernen, was man alles über Jugend nicht weiß. Klar wurde auch hier schon, dass das Wissen umeinander, übereinander und voneinander elementar wichtig ist.


Dreh- und Angelpunkt für Erfolg

Der besondere Ansatz der JOBLINGE ist es, die oft langzeitarbeitslosen Jugendlichen in dem sechsmonatigen Programm nicht nur zu fordern und zu fördern, sondern auch weiterzubilden. Mit einer gemeinnützigen Projektarbeit erarbeiten sich die Teilnehmenden ihre Aufnahme in das Programm. In Gruppenarbeiten und mit individueller Förderung vertiefen sie wichtige soziale und berufliche Schlüsselqualifikationen: das MINT-Programm (MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) fördert technische und analytische Fähigkeiten, das Kultur- und Sportprogramm trainiert Teamkompetenzen und Offenheit für Neues. Individuelle Sprachförderung (für Geflüchtete) vermittelt die Kunst der Kommunikation für den professionellen Berufsalltag.


Alle Chancen nutzen

Etliche Unternehmen nutzen JOBLINGE-Mentoring als Instrument zur Personal- und Führungskräfteentwicklung. So profitieren neben den Jugendlichen auch die ehrenamtlichen Mentor*innen, die Mitarbeitenden und nicht zuletzt die Unternehmen. Sehr engagiert zeigt sich zum Beispiel das Unternehmen Mowitec aus Mannheim. Das inhabergeführte Unternehmen wurde 1997 gegründet und hat aktuell über 20 Mitarbeitende, die zum Großteil selbst ausgebildet wurden. Der Spezialist für elektrische Maschinen, Anlagen und Pumpen ist ein beliebter Sparringspartner für die jungen Menschen auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit. Susanne Rienecker, Marketing- und Vertriebsleiterin bei Mowitec, gab authentische Einblicke, wie man gemeinsam Chancen schafft und nutzt.


Winwin für alle

Natürlich profitieren die Jugendlichen von der fachlichen und auch emotionalen Rückenstärkung, die sie im Mentoring erhalten. Aber auch umgekehrt sind die Effekte spürbar. „Mentorinnen und Mentoren erfüllt es mit Freude und Stolz, diesen jungen und motivierten Menschen etwas von ihrer Erfahrung, ihrem Selbstvertrauen und ihrer Zuversicht weitergeben zu können,“ betonte Lavan Sabir, Standortleiterin der JOBLINGE in Ludwigshafen. „Das geht weit über rein fachliche Zusammenarbeit hinaus.“ Wie so ein Team-Spirit im Tandem aussieht und was sich daraus entwickeln kann, erzählten Dobrinka Gerchova und Petra Mitaritonna sehr anschaulich. Und dass so ein Miteinander positiv auf den Arbeitsalltag ausstrahlen muss, konnte man förmlich spüren.


Und Corona?

Digitalisierung ist schon lange ein Aspekt der Zukunftsorientierung bei den JOBLINGEN. Das Corona-Jahr hat einmal mehr die Wichtigkeit digitaler Kompetenzen im Beruf gezeigt. Die JOBLINGE bereiten Jugendliche durch gezielte Trainings und Workshops auf die neuen Anforderungen der Berufswelt vor und machen sie fit für den erfolgreichen Berufseinstieg. Mittlerweile ist man in der Metropolregion Rhein-Neckar in ein Blended-Learning-Programm übergegangen, in dem Gruppen hybrid, also digital und vor Ort, betreut werden. Ein wichtiger Ansatz, zukunftsfähige Qualifizierung aufzubauen und über die Jugendlichen in die Unternehmen zu tragen.


Die Angebote der JOBLINGE als Impuls zu sehen, Jugendlichen eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen und selbst davon zu profitieren, war das Anliegen der CSR-Frühstückspause im Dezember. Und das kam an bei den Frühstücksgästen, die mit zahlreichen Fragen zu den verschiedenen Perspektiven des Pogramms in die anschließende Diskussion einstiegen. Hoffentlich ein Impuls, das Angebot für sich selbst anzudenken, sei es als Unternehmensleitung, als HR-Verantwortliche oder ganz persönlich aus Lust am Mentoring.


Über die Gastgeber

JOBLINGE ist eine gemeinnützige Organisation für junge Menschen, die Anschluss an die Arbeitswelt suchen. Sie verbindet Qualifizierung in der Praxis mit persönlicher, individueller Förderung und der konkreten Chance, sich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz aus eigener Kraft zu erarbeiten. Damit das möglich wird, bündelt JOBLINGE das Engagement und die Kompetenzen unterschiedlichster Akteur*innen und Institutionen aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. JOBLINGE ist eine gemeinsame Initiative von The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG. Sie sind deutschlandweit vertreten und aufgeteilt in eine Dachorganisation mit Sitz in München und 9 gemeinnützige Aktiengesellschaften (gAGs) mit mehr als 30 Standorten.


Über das IHK-Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung

Die IHK Rhein-Neckar versteht sich als Mitmach-Organisation und organisiert sich dafür in thematisch angelegten Netzwerken. Hier bringen sich Menschen ein und setzen Impulse für ihre Branche, die Wirtschaft insgesamt und die Zukunft der Region. Ziel des Netzwerks für gesellschaftliche Verantwortung ist es, soziales, kulturelles und ökologisches Engagement von Firmen sichtbar zu machen, den Austausch zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) in der Metropolregion Rhein-Neckar zu fördern und Fachwissen rund um die Schwerpunkte gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen zu vermitteln.

Zu den Frühstücksveranstaltungen bei wechselnden Gastgeber*innen treffen sich Gäste aus dem Netzwerk mehrmals im Jahr zum Austausch und zur gegenseitigen Vorstellung ihrer Konzepte. Aktuell findet das Format als digitale Frühstückspause ausschließlich als Livestream statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Info: Wer noch nicht zum IHK-Netzwerk angemeldet ist, kann dies unter www.rhein-neckar.ihk24.de/netzwerk-gesellschaftlicheverantwortung vornehmen.


Organisation, Kuratieren und PR @Anja Roth für die IHK Rhein-Neckar


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