• Anja Roth

CSR-Frühstück der IHK Rhein-Neckar: Mehr Kultur für alle


Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung der IHK Rhein-Neckar – CSR-Frühstück bei der Capitol Betriebs GmbH und dem Kulturparkett e.V. in Mannheim

Wenn die Türen ins urbane Kulturleben für alle offen sein sollen, ist es sinnvoll und zielführend, dass Verantwortliche aus verschiedenen Instanzen gemeinsam über Strategie und Umsetzung der Aufgaben nachdenken und die erforderlichen Maßnahmen anpacken. Keineswegs sind dabei nur organisatorische Hürden zu überwinden.


IHK, Capitol und Kulturparkett engagieren sich für "mehr Kultur für alle"

Auf was es ankommt, und wer sich in Mannheim und der Region für die Gelingensfaktoren der sozialen Kulturvermittlung einsetzt, interessierte rund 50 Mitglieder und Gäste der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar. Das Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung hatte zum 80. CSR-Frühstück eingeladen. Annegret Rupp, Presse und Öffentlichkeitsarbeit der IHK Rhein-Neckar, und die Gastgeber begrüßten am frühen Morgen im Filmsaal des legendären Capitols Mannheim.

Vom Lichtspielhaus zum Haus der Vielfalt

„Das Capitol übernimmt Verantwortung.“ Mit dieser glasklaren Ansage eröffnete Thorsten Riehle, Geschäftsführer der Capitol Betriebs GmbH und Vorsitzender der Kulturstiftung Capitol seinen Vortrag. Und ging dann ins Detail, was damit gemeint ist, wie sich diese Mission entwickelt hat und wohin die Reise gehen soll.


Im Mittelpunkt des Engagements steht beim Capitol ein individueller Mix aus nachhaltigen und sozialen Aktivitäten. Lokales Miteinander gemeinsam mit verschiedenen sozialen Akteuren wie der Kindervesperkirche oder dem Radio RUMMS. Ökologisch ist die Annäherung an eine ausgeglichene CO2-Bilanz das Thema. Sie wird durch die Umstellung auf Glasflaschen, Mehrweg- und Pfandsysteme sowie den Umbau des Hauses in Richtung Energieeffizienz aktiv betrieben. Nicht zuletzt macht man sich regelmäßig stark für eine achtsame Personalpolitik und die Förderung des gesellschaftlichen Engagements der Mitarbeitenden.


Am legendären „Fall Sarotti“, der Mannheim intensiv beschäftigt hatte, beschrieb Riehle dann noch, warum es so wichtig ist, miteinander im Gespräch zu bleiben. Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein und Dialog sind für ihn wichtige Stellschrauben, mit denen eine konstruktive, diverse und zukunftsfähige Gesellschaft gefestigt wird. Mit der aktiven Beteiligung am Kulturpass des Mannheimer Vereins Kulturparkett e.V. unterstützt das Capitol nicht nur die Initiative, sondern setzt die eigene Verantwortung einmal mehr sinnvoll und sichtbar um.


Kultur darf kein Luxus sein

„Kultur für alle“ ist leichter gesagt als getan. Wenn man kulturelle Teilhabe von benachteiligten Menschen fördern will, muss man wissen, welche Menschen ein inwiefern zugängliches Angebot interessieren könnte, warum eine Teilhabe daran für viele aus eigener Kraft so unerreichbar scheint, und wie diese dennoch motiviert werden können, es zu nutzen.


So klingt es kompliziert und aufwändig. Der Kulturparkett Rhein-Neckar e.V. jedoch fährt in dieser Sache einen ganz pragmatischen Ansatz, nämlich „das Ohr an den Betroffenen“. Anne-Marie Geisthardt, Geschäftsführerin, und Annika Götz, Vorständin des Vereins, erläuterten im Tandem das niederschwellige Konzept und die überzeugende Resonanz der Maßnahmen.


„Es gibt viele Faktoren, warum Menschen nicht ins Theater, in Ausstellungen oder auf Konzerte gehen,“ erläuterte Geisthardt die Hürden, mit denen das größtenteils ehrenamtlich engagierte Team konfrontiert ist. „Zum einen fehlen diesen Menschen die finanziellen Mittel und das Wissen um die Möglichkeiten. Aber viele haben auch nicht das Selbstbewusstsein und den Antrieb, um eine Kulturveranstaltung zu besuchen.“


Zentrales Mittel zum Zweck ist hier der Kulturpass. Er steht Bürgerinnen und Bürgern zu, die soziale Leistungen wie Grundsicherung, Wohngeld oder Sozialrente erhalten. 5500 dieser Kulturpässe kamen in diesem Jahr zum Einsatz. Die Anzahl der angebotenen Karten stieg von 2016 bis 2019 um das Doppelte, nämlich von 10.000 auf 20.000 Stück. Über 120 Kultur- und 50 Sozialpartner beteiligen sich inzwischen mit Kartenkontingenten, Spenden und anderen Angeboten.


17 Ziele für eine bessere Welt

Zu guter Letzt und aus gegebenem Anlass, nämlich der bevorstehenden Tour der Nachhaltigkeit, die vom 5.-7. Dezember im Congress Center Rosengarten in Mannheim zum Festival der Taten haltmacht, ergriffen Annegret Rupp und ihre Karlsruher IHK-Kollegin Diana Kraft-Schäfer, Beraterin für Entwicklungszusammenarbeit (EZ-Scout) das Wort. Sie interpretierten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG), die die Vereinten Nationen verabschiedet haben, als Grundlage für verantwortungsbewusstes Handeln in allen Themenfeldern und allen Größenordnungen.

„Neben der Politik, Unternehmen und Organisationen braucht es auch jede und jeden Einzelnen von uns,“ erinnerte Rupp, „damit diese Ziele wirklich in nachhaltige Ideen und Projekte, auch auf lokaler Ebene, umgesetzt werden können.“ So wie der Kulturpass zum Beispiel.


Im stimmungsvollen Ambiente des Capitols wurden im Anschluss noch ausgiebig Fragen gestellt, Ideen diskutiert und natürlich gefrühstückt.

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Über die Gastgeber

Das Capitol ist nach 90 Jahren aus Mannheim nicht mehr wegzudenken. Heute bietet das Live- und Eventhaus der Capitol Betriebs GmbH jährlich etwa 400 Veranstaltungen für mehr als 130.000 Menschen. Mit Platz auf 666 Sesseln, unbestuhlt für gut 1.200 Gäste, leistet es seinen ganz besonderen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in der ganzen Region.


Das Ziel von Kulturparkett Rhein-Neckar e.V., ausgezeichnet mit dem FUCHS Förderpreis 2016, ist eine niedrigschwellige Kulturvermittlung für Stadt und Region. Sie verschafft Menschen Zugang zu kulturellen Angeboten, die sie sonst aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen könnten und bietet Unterstützung und Ansprache.


Über das IHK-Netzwerk Gesellschaftliche Verantwortung Die IHK Rhein-Neckar versteht sich als Mitmach-Organisation und organisiert sich dafür in thematisch angelegten Netzwerken. Hier bringen sich Menschen ein und setzen Impulse für ihre Branche, die Wirtschaft insgesamt und die Zukunft der Region. Ziel des Netzwerks für gesellschaftliche Verantwortung ist es, soziales und ökologisches Engagement von Firmen sichtbar zu machen, den Austausch zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) in der Metropolregion Rhein-Neckar zu fördern und Fachwissen rund um die Schwerpunkte gesellschaftlicher Verantwortung in Unternehmen zu vermitteln. Zu den Frühstücksveranstaltungen bei wechselnden Gastgebern treffen sich die Netzwerker mehrmals im Jahr zum Austausch und zur gegenseitigen Vorstellung ihrer Konzepte. Sie sind ein Unternehmen im Kammerbezirk der IHK Rhein-Neckar und möchten auch Gastgeber für eines unserer Netzwerktreffen "CSR-Frühstück" sein? Dann melden Sie sich gerne!


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